Liboriusschule

LWL Förderschule

Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung mit angegliederter Schule für Kranke

Dokumentaion Erinnerungsecke

 

Darstellung des Projektes


"Erinnerungswürfel“

25. 06. 04 Künstler und Sponsoren

Das Ergebnis der Projektwoche

Vom 21.06. - 25.06. fand an unserer Schule ein außergewöhnliche Projektwoche statt. 15 Schülerinnen und Schüler und drei Lehrer haben gemeinsam mit dem Paderborner Künstler Manfred Webel in der Schule einen Ort geschaffen, an dem verstorbener Mitschüler gedacht wird. Dabei ist ein Werk entstanden, dass nicht nur einem wichtigen Zweck dient, sondern auch eine bemerkenswerte künstlerische Qualität hat.

In der folgenden ausführlichen Dokumentation können Sie sich über den Verlauf des Projektes, von der Idee bis zur Umsetzung, informieren. Bei Interesse sind sie herzlich eingeladen, sich die Erinnerungswürfel vor Ort anzusehen und auf sich wirken zu lassen.

weitere Bilder finden sich hier

Erinnerung an verstorbene Schüler – Hintergrund

Dass Schüler sterben ist an einer Schule für Körperbehinderte auch ein Teil des Schullebens. Mitarbeitern und Schülern Liboriusschule, Westfälische Schule für Körperbehinderte, ist dies insbesondere in den vergangenen drei Jahren besonders bewusst geworden, da in dieser Zeit mehrere Schüler verstarben. Für jeden dieser Schüler wurde eine angemessene Art des Trauerns und Gedenkens gefunden. Dennoch blieb ein gewisses Unbehagen, da diese Formen zeitlich begrenzt waren und ein dauerndes Erinnern nicht ermöglichten. So entstand, insbesondere auch durch Anregung zweier Lehramtsanwärterin, die sich diesem Thema in besonderer Weise annahmen, die Idee eines dauerhaften Ortes des Gedenkens an verstorbene Schüler.

Auf der Suche nach geeigneten Umsetzungsmöglichkeiten wurden einige bereits existierende Formen an anderen Institutionen betrachtet, doch zeigte sich bald deutlich, dass diese nicht schlicht kopiert oder entsprechende Ideen adaptiert werden konnten. Gleichzeitig war den Beteiligten bewusst, dass aufgrund der besonderen Bedeutung, die ein solcher Ort des Gedenkens für die Schüler und Mitarbeiter der Schule hat, hohe Ansprüche an die Qualität der Gestaltung zu stellen sind. Dieser Ort soll ein besonderer Ort sein und dies muss und soll sich auch in seiner Gestaltung ausdrücken.

Damit war klar, dass eine fachlich professionelle Unterstützung von außen erforderlich sein würde. Zugleich wurde jedoch darauf Wert gelegt, dass die Gestaltung in gemeinsamer Tätigkeit der am Schulleben beteiligten erfolgen sollte. Beabsichtigt war kein von einem Künstler erstelltes Denk- oder Mahnmal, sondern ein Ort, der innerhalb eines künstlerischen Rahmens eine Gestaltung individuellen Erinnerns durch Schüler und Mitarbeiter der Liboriusschule erlaubt. Es galt somit einen Künstler zu finden, der in der Lage und bereit war, sich zum einen mit dem speziellen Thema zu beschäftigen, zum anderen dies in gemeinsamer Arbeit mit Schülern zu tun.

Mit dem Paderborner Künstler Manfred Webel wurde ein Künstler gefunden und ein Konzept entwickelt, dass diesen Vorstellungen und Ansprüchen entspricht. Die Umsetzung dieses Konzeptes wurde aufgrund der dargestellten Hintergründe zu einer Aufgabe, deren Bedeutung weit über die „normaler schulischer“ Angelegenheiten hinausging und auch in Zukunft gehen wird.

Die Projektidee

Vorüberlegungen

Wenn eine Schulgruppe einen Sterbefall aus ihrer Mitte erlebt, stehen sehr persönliche Gefühle Einzelner im Mittelpunkt. Aber auch Mitschüler, Lehrer, Eltern, Schulleitung und Schulträger sind betroffen und möchten den Trauernden helfen, Abschied zu nehmen und eine angemessene Möglichkeit zur liebevollen Erinnerung schaffen. Für die Entwicklung einer Projektidee war daher zunächst einmal die Frage nach der Absicht, der konkreten Einbettung in Schulleben eines solchen Ortes zu stellen. Was soll dieser Ort tun und sein? Was wollen Mitarbeiter und Schüler der Schule an diesem Ort tun und erleben? Was soll der Ort nicht sein, was soll dort nicht erfolgen?

Als Ergebnis entsprechender Gespräche und Diskussionen konnte festgehalten werden, dass an einem solchen Ort

  • individuelle Empfindungen und intensive persönliche Bindungen dargestellt werden können
  • eine andauernde Brücke zur Erinnerung gebaut werden kann
  • auf würdige, ernste aber auch freundliche Weise gemeinsam Abschied genommen werden kann
  • insgesamt Trauer in vielfältiger Weise ausgedrückt werden kann.

Von besonderer Bedeutung war dabei, dass der Gedanke des Erinnerns im Mittelpunkt stehen sollte. Auch wenn Trauer und Abschied dort ebenfalls ihren Platz haben, sollte vor allem ein Ort entstehen, der erinnern ermöglicht.

Es konnte daher auch bald formuliert werden, was der Ort nicht sein und tun sollte, nämlich:

  • ein düsteres Szenario entfalten
  • ein Denkmal setzen
  • mahnen.

Für die Gestaltung des Ortes wurden somit die folgenden grundlegenden Übereinstimmungen gefunden und festgehalten. Im Rahmen eines Gesamtwerkes sollte die Möglichkeit des individuellen Erinnerns gegeben sein. Diese Erinnerungsmöglichkeiten sollen derart geschaffen sein, dass sie von Schülern und Mitarbeitern ausgefüllt, gestaltet werden können. Der Ort, das Objekt soll insgesamt einen hellen, freundlichen Eindruck machen und den Betrachter einladen, näher zu kommen und sich mit den Erinnerungen zu beschäftigen. Zugleich soll es die Würde der Erinnernden und derer, an die erinnert wird, achten und bewahren. Damit waren auch Vorgaben für den Standort gefunden, der ein heller freundlicher Ort sein sollte, jederzeit zugänglich aber zugleich auch die Möglichkeit von Ruhe und individuellem Gedenken bietend.

Die Grundidee

Die Vorüberlegungen führten zu der Idee eines modularen Systems in der Form, dass einzelne „Behälter“ die individuellen Erinnerungen aufnehmen und gemeinsam ein Ganzes bilden. Verschiedene Möglichkeit wurden erwogen und letztlich fiel die Entscheidung auf Würfel aus weißem, transparentem Acrylglas. Diese Würfel haben drei unterschiedliche Größen, die aufeinander abgestimmt sind, so dass modular verschiedene Gesamtformen entstehen können: eine treppenförmige Anordnung, ein Stapel, ein Regal...

Zugleich ermöglichen die transparenten, an einer Seite offenen Würfel eine große Fülle an Formen der Gestaltung.

Die Würfel können:

  • wie ein Diorama ein realistisches Szenario entfalten, mit Bildern und kleinen Erinnerungsstücken an den vermissten Freund;
  • eine kleine Bühne sein, auf der selbstgestaltete Figuren etwas aufführen;
  • wie in einem Zettelkasten Briefe, Gedichte, gefundene Texte sammeln und greifbar machen, die an den Mitschüler denken lassen;
  • zu einem Leuchtobjekt werden;
  • für eine Collage aus einer Sammlung von Erinnerungsstücken genutzt werden;
  • mit einem festen Karton ausgekleidet werden, der von beiden Seiten bemalt ist, woraus sich auch ein Auflagenobjekt in Kreuzform ableiten ließe;
  • als nach oben offener Mikrokosmos mit Naturmaterialien befüllt werden;
  • als Sockel für freistehende Skulpturen genutzt werden;
  • mit einer Wandhalterung versehen werden, damit sie einzeln an jedem beliebigen Ort angebracht werden können;
  • unbefüllt zu Partnern auf die Reise geschickt werden, die sie dann nach bestimmten Vorgaben gestalten sollten;
  • nach und nach von verschiedenen Klassen oder Schülern ergänzt und gestaltet werden;
  • ...

Finanzierung

Ein derartiges Projekt kostet Geld, viel Geld. Es wäre unredlich, dies bei aller Begeisterung zu verschweigen. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich über Spenden und Sponsoren. Bei der Suche nach Sponsoren leistete der engagierte Künstler einen großen Beitrag und abschließend lässt sich feststellen, dass sie nicht einfach, aber weniger schwierig als befürchtet war.

Der Projektverlauf

Teilnehmer

Die Gruppe der 15 teilnehmenden Schüler setzte sich zusammen aus Schülern unterschiedlicher Klassen und Jahrgangsstufen. Betreut wurde das Projekt zum einen vom Künstler Manfred Webel, zum anderen von zwei Lehrerinnen und einem Lehrer der Schule.

Zielsetzung des Projekts

Das Projekt konnte und sollte nicht einen aktuellen Todesfall berücksichtigen. Zielsetzung war vielmehr eine erste Gestaltung des Erinnerungsortes (der sich ja aufgrund der flexiblen, modularen Form immer wieder verändern wird) vorzunehmen und Möglichkeiten der Gestaltung der einzelnen Würfel zu erkunden, zu entwickeln und praktisch umzusetzen. Am Ende des Projektes sollte eine Art Handbuch entstanden sein, dass vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten der Würfel für die Zukunft darstellt und Hinweise zur Umsetzung gibt.

Hierzu waren eine Auseinandersetzung mit den Themen Trauer, Abschied und Erinnerung, Gedenken erforderlich. Diese sollte sowohl auf persönlicher Ebene als auch hinsichtlich entsprechender gesellschaftlicher Formen erfolgen. Weiterhin galt es, die Bearbeitung dieser Themen in der Kunst als auch allgemeine für die Gestaltung der Würfel nützliche / erforderliche künstlerische Aspekte zu erkunden.

Zudem sollte das Projekt allen Beteiligten die Möglichkeit geben, einem Künstler bei der Arbeit zu begegnen und mit ihm in einen kreativen geistigen und handwerklichen Prozess einzusteigen.

Verlauf und Inhalte des Projektes

Eine Woche wurden Schüler, Lehrer und Künstler miteinander tätig. Künstler und Lehrer hatten in Vorgesprächen Themen und Möglichkeiten der Auseinandersetzung und Aktivität für die Projektwoche gesammelt. Dabei waren bewusst kein Zeitplan entworfen oder verpflichtende Absprachen und Planungsentscheidungen getroffen worden. Die Vorgaben sollten dafür Sorge tragen, dass bedeutende Elemente bedacht und in für die Schüler angemessener Form behandelt werden würden, zugleich aber nicht die Entwicklung eines kreativen Prozesses, in den alle Beteiligten ihre Vorstellungen und Ideen einbringen könnten, behindern. Solch ein Prozess lässt sich nicht im Detail vorausplanen, sondern kann nur durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen und passender inhaltlicher und methodischer Vorgaben initiiert und unterstützt werden. Der Verlauf der Woche war dann auch geprägt durch die unterschiedlichen Vorstellungen und Arbeitsweisen der Beteiligten, die sich in bemerkenswerter Weise zu einem erfolgreichen Ganzen ergänzten.

Die Darstellung eines solchen Prozesse stößt natürlich an Grenzen. Aus diesem Grunde wird nachfolgend der Verlauf der Woche in groben Zügen beschrieben. Zu berücksichtigen ist dabei, dass jeweils am Ende eines Tages, konkrete Entscheidungen für das Vorgehen am folgenden Tag getroffen wurden. Grundlage waren dabei die beschriebene Vorplanung und die Ergebnisse des jeweiligen Tages. Zudem ergaben sich auch im Verlauf der einzelnen Tage Veränderungen oder Ergänzungen durch Beträge der Beteiligten, die zum Teil spontan Berücksichtigung fanden. Der Verlauf der Woche war daher nicht so linear, wie er vielleicht bei der Lektüre erscheinen mag und auch Brüche und „merkwürdige“ Themenwechsel erklären sich hierdurch.

Montag

Zu Beginn der Woche wurden zunächst die Vorstellungen und Erwartungen der Teilnehmer an das Projekt und die anderen Beteiligten zum Thema gemacht. Die Schüler waren natürlich am Künstler interessiert und dieser wollte die Schüler kennen lernen. Somit wurde die Frage: „Was macht eigentlich ein Künstler und wie wird man Künstler?“ zum Thema. Manfred Webel stellte sich und seine Arbeit an Hand von Arbeitsbeispielen vor und sprach mit den Schülern über Kunst und Künstler. Vorkenntnisse, Vorerfahrungen und Erwartungen der Schüler wurden dabei deutlich. Manfred Webel erläuterte auch Inhalte und Absichten seiner Arbeiten und lenkte das Gespräch allgemein auf künstlerischen Inhalte und Ausdrucksmöglichkeiten, wobei er dann den Bereich der Gefühle ansprach. Anhand einiger Beispiele aus der modernen Kunst von Gotthard Graubner und Hans Kaiser wurde gezeigt, dass Farben Gefühle ausdrücken. Die Schüler erarbeiteten in praktischen Übungen, welche Farben für welche Gefühle stehen, malten und experimentierten mit ihren Lieblingsfarben, und beschäftigen sich mit Farbmischungen.

Am Mittag lieferte der Hersteller die ersten Würfel. Die Würfel wurden in den Arbeitsraum gebracht, aufgestapelt und eingehend untersucht. Die Projektidee der Gestaltung der Erinnerungswürfel mit verschiedenen Techniken wurde vorgestellt. Eine erste Annäherung erfolgte mit dem Gestaltungsvorschlag „Bildraum“, bei dem die Würfel mit einem festen Karton ausgekleidet werden, der zuvor von beiden Seiten bemalt wurde. Als Hilfestellung wurden auf die Bilder der Künstler vom Vormittag zurückgegriffen sowie auf die Experimente mit Farben.

Dienstag

Erinnern stand an diesem Vormittag im Mittelpunkt. Wie erinnern sich Menschen an andere Menschen, insbesondere an Verstorbene? Als Impuls diente die Inschrift, die der Künstler Timm Ulrichs in jungen Jahren auf einen Grabstein setzte: „Denke immer daran, mich zu vergessen.“ Weiterhin wurden Trauersprüche und Grabinschriften mit gewollter und auch unfreiwilliger Komik besprochen.

Im Anschluss beschäftigte die Schüler die Frage, woran man sich bei ihnen erinnern solle, wenn sie die Schule verließen. Hierzu formulierte und gestaltete jeder einen kurzen Text zu seiner eigenen Person. Als Hilfestellung diente ein Spielwürfel auf dessen Seiten Anregungen für mögliche Inhalte einer Selbstbeschreibung standen: Gegenstände, Erlebnisse, Eigenschaften, Stärken, Schwächen, Lieblingsorte.Die Texte wurden auf Karton geklebt und in einem Würfel aufbewahrt.

Bei der Vorstellung der Projektidee und in dem Gespräch über mögliche Inhalte waren von den Schülern wiederholt Engel genannt worden. Aus diesem Grunde wurden Engel zum Thema des Nachmittags. Verschiedene Darstellungen von Engeln in der Kunstgeschichte wurden betrachtet und besprochen. Die Vorstellungen von Engeln, ihr Aussehen, ihre Fähigkeiten und Eigenschaften, ihre Aufgaben wurden thematisiert. Anschließend malten die Schüler Engel als Umrisslinie, die im weiteren Verlauf des Projektes auf Sperrholz übertragen, ausgesägt und farblich gestaltet wurden.

Mittwoch

Abschied, Verlust und Trauer bildeten die Hauptthemen des Mittwochs. Die Schüler beschäftigten sich mit Trauerritualen in verschiedenen Ländern. Dabei wurden unterschiedliche Formen der Trauer und die zu Grunde liegenden Einstellungen und Vorstellungen der Menschen zu Tod und Trauer besprochen. Einige der Schüler hatten die Trauerrituale im Vorfeld des Projektes im Religionsunterricht kennen gelernt und stellten sie nun den anderen vor. Weiterhin wurde der eigene Umgang mit Verlust und Trauer thematisiert. Persönliche Erfahrungen, Vorgehensweisen wurden dargelegt. Anschließend wurden Würfel gestaltet, in denen Trauerrituale aus verschiedenen Ländern dargestellt werden.

Weiterhin wurden an diesem Tag gestalterische Arbeiten der Vortage beendet, ergänzt oder weiterentwickelt. So entstanden in ähnlicher Technik wie die Bildräume Leuchtwürfel, bei den auf transparent weißes Papier gemalt wurde und eine Lichtquelle erhielten.

Donnerstag

Der Tag begann mit einem Rückblick auf den bisherigen Projektverlauf. Gefragt wurde dabei insbesondere nach Kernbegriffen, die den Umgang mit dem Tod kennzeichnen (Trauer, Erinnerung, Rituale, Abschied, starke Gefühle ...) und Möglichkeiten der Darstellung dieser Begriffe. Manfred Webel fasste die bisherigen Gestaltungsformen zusammen und brachte die Collage als eine weitere Form ein. Anschließend gestalteten die Schüler Collagen (im Maß 50x50 cm) zu einem von ihnen gewählten Begriff, die anschließend in einem der großen Würfel Platz fanden. Darüber hinaus wurden begonnene Arbeiten zu Ende geführt und erste Überlegungen für die Präsentation des Projektes vor der Presse am nächsten Tag angestellt.

Freitag

Höhepunkt des Tages war die Präsentation der Erinnerungswürfel für die Presse, die durch die Schüler in Form einer Pressekonferenz erfolgte. Es wurde festgelegt, welche Inhalte und Elemente des Projektes vorgestellt werden sollten. Die Schüler teilten sich in Gruppen, die die Vorstellung einzelner Projektteile, -ergbnisse ausarbeiteten. Es wurden Texte entworfen. Sprecher festgelegt, Aktionen (z.B. die Übergabe von Marzipansärgen und –totenköpfen gemäß einem mexikanischen Ritual an die Pressevertreter)geplant und ein Probedurchlauf durchgeführt.

Die Pressekonferenz wurde ein großer Erfolg für die Schüler und zeigte wie weit sie das Projekt zu ihrem Anliegen gemacht hatten. Im Rahmen der Pressekonferenz erfolgte ebenfalls die Übergabe von Dankgeschenken an die Hauptsponsoren.

Abschließende Anmerkungen

Das Projekt hat zu Ergebnissen weit über die ursprünglichen Ziele hinaus geführt. Es wurde ein schöner Ort geschaffen, der angemessen und würdevoll seinen Zweck erfüllt, und dessen Ästhetik besticht und diesen Zweck unterstützt. Darüber hinaus lernten die Beteiligten viel über die Themenbereiche Abschied, Trauer und Erinnern, über ihre persönlichen und gesellschaftliche Einstellungen und Umgehensweisen. Sie lernten künstlerische Formen der Verarbeitung kennen und in der Zusammenarbeit mit einem Künstler erlebten die beteiligten Lehrer und Schüler andere Herangehensweisen, Denkweisen und Arbeitsformen. Von besonderer Bedeutung ist zudem, dass in dieser Woche die Lehrer viel von und über ihre Schüler erfuhren, und dass dies auch umgekehrt der Fall war.

Bemerkenswert ist, dass es gelungen ist, ein Ergebnis zu erzielen, dass Lehrer und Schüler gemeinsam geschaffen haben und dass beiden Gruppen - über die an der Projektwoche direkt Beteiligten hinaus - gleichermaßen gefällt. Er ist ein Ort der verbindet und gemeinsame Identifikation schafft. Schüler und Lehrer können sich hier gemeinsam erinnern und sich als Teil einer Schulgemeinschaft erleben. Zugleich bietet der Ort vielfältige Möglichkeiten der Gestaltung des Erinnerns, so dass Einzelnen eine individuelle Form des Erinnerns ermöglicht wird. So entspricht er dem Leben und dem Lernen an der Schule für Körperbehindert, indem er Individualität in Gemeinschaft ermöglicht.