Liboriusschule

LWL Förderschule

Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung mit angegliederter Schule für Kranke

Englisch

In Anbetracht des hohen sonderpädagogischen Förderbedarfs stellt sich uns die Frage, inwieweit das Erlernen der englischen Sprache für unsere Schüler*innen eine Chance darstellt oder eher eine Überforderung bedeutet. Unbestritten ist die immense Bedeutung der englischen Sprache heute als internationale Verkehrssprache. Aber auch wegen ihrer überragenden Rolle in der Umgangssprache, der Werbung, der technischen Fachsprache sowie der populären Jugendkultur wird das Erlernen von Englisch für Kinder und Jugendliche als unmittelbar lebensbedeutsam empfunden und somit sehr attraktiv und motivierend. Basale Kompetenzen in der Aussprache und im Verstehen von englischen Ausdrücken und Redewendungen sind zentral für die soziale Integration von Kindern und Jugendlichen auch oder gerade für solche mit Behinderung.

Seit der verbindlichen Einführung des Faches Englisch in der Primarstufe haben auch wir als vom Grundsatz her zielgleich unterrichtende Förderschule Englisch in den Fächerkanon der Primarstufe aufgenommen. Weiter sieht das neue Schulgesetz die Erteilung des Unterrichtsfaches Englisch auch für Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen vor.

Aus diesen genannten Vorgaben ergibt sich für unsere Schule folgendes Konzept:

Im Rhythmus von zwei Jahren stellen wir im Primarbereich klassenübergreifend eine Gruppe von Schüler*innen zusammen, für die wir den Englischunterricht als sinnvoll erachten. Dabei setzen wir voraus, dass die Schüler*innen über die Lesefähigkeit verfügen und der Erwerb der deutschen Rechtschreibung und Grammatik nicht erheblich beeinträchtigt wird. Außerdem sollten die Schüler*innen dem Erlernen der englischen Sprache mit Interesse und Motivation begegnen. Der konkrete Unterricht orientiert sich für unsere Schüler*innen, die den allgemeinbildenden Zielen folgen oder annähernd folgen können, an den Merkmalen eines kindgemäßen Primarstufen-Englischunterrichts. Er ist kommunikativ ausgerichtet, lebenspraktisch und an den Schüler*innen orientiert ausgelegt, fehlertolerant und erfolgsbetont und frei von Leistungsdruck. Behinderungsspezifische Adaptionen sind wie in allen anderen Lernbereichen erforderlich.

Für die Schülerinnen mit dem Förderschwerpunkt Lernen gilt eine didaktische Reduktion und methodische Modifikation des Unterrichts. Vor allem bedeutet dieses die Beachtung des Primats der rezeptiven vor den produktiven und der mündlichen vor den schriftlichen Sprachleistungen.

Der Englischunterricht in der Primarstufe erfolgt in enger Anlehnung an das Lehrbuch "Playway". Die zum Unterrichtswerk gehörenden zahlreichen Materialien wie Arbeitsheft, Video, CD´s sowie ein Computerprogramm ermöglichen einen abwechslungsreichen und kindgemäßen Unterricht mit zahlreichen Möglichkeiten der inneren Differenzierung, um den oft sehr heterogenen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen gerecht zu werden. Nach Ablauf dieses zweijährigen Englischunterrichts im Primarbereich wird für jede Schüler*in neu überdacht, inwieweit eine Fortführung des Faches in der Sekundarstufe sinnvoll ist. Die Klassenkonferenz entscheidet in Zusammenarbeit mit der Englischlehrerin ob eine Schüler*in am weiterführenden Englischunterricht ab dem 5. Schuljahr teilnimmt und die in der Stundentafel dafür vorgesehenen Stunden dort eingesetzt werden. Weiterhin wird beachtet, dass Schüler*innen, die einen Abschluss der Hauptschule nach Klasse 9, einen Abschluss der Förderschule Lernen oder vergleichbaren Abschluss erwerben können, in den Klassen 9 und 10 am Unterricht im Fach Englisch teilgenommen haben.

Der Englischunterricht der Sekundarstufe I umfasst folgende Schwerpunkte: Erweitern des im Primarbereichs eingeführten Vokabulars, Einführen und Bewusstmachen wichtiger grammatischer Strukturen (Tempi, Frageformen, If-Sätze etc.), Verschriftlichen englischer Begriffe und einfacher Sätze, Produzieren von einfachen Texten. Auch hier gilt für Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen die Gewichtung des mündlichen Sprachgebrauchs, der durch den Einsatz von Rollenspielen, Sketchen, kleinen Theateraufführungen oder selbst erstellten Tonaufnahmen geübt wird. Fehlertoleranz und Erfolgsbetontheit haben auch hier einen wichtigen Stellenwert.

Der Unterricht orientiert sich am Lehrwerk "Highlight". Die auf das Unterrichtsbuch abgestimmte Software erzeugt bei den Schüler*innen eine hohe Lernmotivation und die Möglichkeit eines individualisierenden Lernens.