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Schuleingangsphase und Primarstufe

In der Schuleingangsphase steht zunächst neben der Gewöhnung an die neue Schulwelt und dem Kennenlernen schulischer Arbeitsweisen eine umfassende Diagnostik der verschiedenen Entwicklungsbereiche im Vordergrund. Daraus werden individuelle Förderpläne entwickelt, die fortlaufend über die gesamte Schullaufbahn überarbeitet und angepasst werden.

In den folgenden Schuljahren wird darauf aufbauend ein Unterricht nach den entsprechenden Förderschwerpunkten und den passenden Richtlinien angeboten. Im Bereich der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) findet der Unterricht auch klassenübergreifend in Lerngruppen statt.

Viele Schüler:innen im Primarbereich, die über keine aktive Sprache verfügen, haben einen hohen Förderbedarf im Bereich Sprechen und Sprache. Im Rahmen der Förderung durch unterstützte Kommunikation findet deshalb eine Versorgung mit Kommunikationshilfen statt. Diese gestalten sich in Form von Symboltafeln über einfache Taster und Schalter bis hin zu computergesteuerten Sprechhilfen (Talkern).

Die Individualität der Schüler:innen wird durch einen Unterricht beachtet, der weitgehend bewegungs-, wahrnehmungs- und handlungsorientiert und hochgradig individualisiert in unterschiedlichen Formen wie Projekten, Freiarbeit und dem Lernen an Stationen stattfindet. Neben dem Unterricht kommen in der Primarstufe aber auch das Spielen und das gemeinsame Feiern nicht zu kurz.

Alle Klassen der Primarstufe haben Tiernamen. So findet man derzeit in der Primarstuf die folgenden Tiere: Maus, Koala, Waschbär, Igel, Eule und Frosch.

Sekundarstufe

Die grundlegenden Unterrichtsprinzipien Projekt-, Handlungs- und Bewegungs- sowie Wahrnehmungsorientierung haben auch im Mittelstufenbereich ihre Gültigkeit. Darüber hinaus finden hier zunehmend offene Unterrichtsformen wie z. B. Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Arbeit im Stationsverfahren statt. Zur Förderung der Selbständigkeit werden die Schüler:innen in ihrem Problemlösungsverhalten und in ihrer Methodenkompetenz (Ordnung am Arbeitsplatz, der Arbeitsgeräte, Arbeiten am PC) gestärkt. Durch den Einbezug außerschulischer Lernorte wird ein lebensnaher und anschaulicher Bezug zur Umwelt hergestellt.

In den Schulbesuchsjahren fünf bis 8 ist für die Entwicklung dieser Altersstufen der Schritt vom Kind zum Jugendlichen von besonderer Bedeutung. Deshalb gilt es folgende Themen zu berücksichtigen:

  • Selbständigkeit und Selbstverantwortung in lebenspraktischen Bereichen
  • Aufbau von Kontakten zu Gleichaltrigen
  • Ablösung von den Eltern
  • Altersgemäße Freizeitgestaltung
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person und der Behinderung
  • Sexualerziehung
  • Körperpflege und Hygiene

Beim Eintritt in die Sekundarstufe kann es sinnvoll sein, bestehende Klassenzusammensetzungen zu verändern. Dabei werden insbesondere auch die kommunikativen und handlungsbezogenen Möglichkeiten der Schüler:innen beachtet. Alle Klassen sind heterogen zusammengesetzt und vereinen unterschiedliche Förderbedarfe und Bildungsgänge.
Der Unterricht in den Fächern Mathematik und Deutsch findet in Lerngruppen statt, die im Klassenverband oder klassenübergreifend gefördert werden. Über die Bildung von klassenübergreifenden Lerngruppen entscheidet die Sekundarstufenkonferenz.
Bei Schüler:innen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung steht die Anwendung lebensnaher und handlungsorientierter Bezüge im Vordergrund. Je nach individuellen Lernvoraussetzungen werden auch das Trainieren abstrakter Fertigkeiten und Operationen fortgesetzt. Vorhandene Kenntnisse werden gesichert und auf die Lebenswirklichkeit der Schüler:innen angewandt.
Für Schüler:innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen steht der Fachunterricht im Vordergrund. Der Fächerkanon richtet sich nach der Stundentafel der Hauptschule.
Im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaft besteht für die Schüler:innen der Mittelstufe die Möglichkeit Neigungsfächer wie Sport, Musik, Computer, Tanz, Kunst, Theater oder Gesellschaftsspiele zu wählen.

Die Namen der Klassen in der Sekundarstufe orientiert sich an den Namen berühmter Persönlichkeiten, wie z.B.: Albert Einstein, Jane Goodall, Astrid Lindgren, Rosa Parks, Frida Kahlo, Anne Frank, Martin Luther King und Marie Curie.

Abschlussstufe

Die Abschlussstufe (AST) umfasst die voraussichtlich letzten drei Schulbesuchsjahre. In diesem Abschnitt wird die nachschulische Situation für unsere Schüler:innen greifbarer. Die beruflichen und gesellschaftlichen Perspektiven nehmen folglich eine zentrale Rolle in den Unterrichtsinhalten ein. Die weitaus meisten Schüler:innen unserer Schule treten nach der Schulzeit kein berufliches Ausbildungsverhältnis an, sondern üben eine Tätigkeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung aus. Darüber hinaus stellt der private Bereich (Wohnen, Freizeit...) besondere Anforderungen.

Aufgabe aller Schulen, und somit auch der Förderschule für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ist es, den Schüler:innen für ihr Leben Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, sich den Anforderungen an einem Arbeitsplatz und in der Gesellschaft stellen zu können. Es muss also ermöglicht werden, ein Leben in möglichst großer Selbständigkeit zu führen. Zukunftsrelevanz besitzen dann in erster Linie Fragen der zukünftigen Arbeits- und Lebensgestaltung.

Hieraus ergibt sich eine andere Gewichtung der Unterrichtsinhalte und eine Umstrukturierung der Unterrichtsorganisation in der AST. Dieses gilt durchgängig für alle Unterrichtsfächer. Die Umsetzung lebensrelevanter Inhalte scheint zudem am besten in projektorientierter Arbeit möglich zu sein. Hierzu werden an einem ganzen Schultag die Klassenverbände der letzten drei Jahrgänge aufgelöst. Die Schüler:innen werden in dieser Zeit jeweils für die Dauer eines Schuljahres in einem der folgenden Abschlussstufen-Projekte gefördert:

  • Selbstversorgung
  • Freizeit / Kommunikation
  • Angebote für Schwerstbehinderte

In diesen Projekten finden sich Inhalte, durch welche die nachschulische Situation der Schüler:innen im Wesentlichen gekennzeichnet ist. Vorrangiges Förderziel ist die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen: Kommunikationskompetenz, Ausdauer, Selbstverantwortung, Selbstständigkeit, Gruppenfähigkeit, Planungsfähigkeit, Selbsteinschätzung, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Genauigkeit.

Schwerstbehinderte Schüler:innen sollen sich in der Abschlussstufe an veränderte räumliche Situationen und fremde Bezugspersonen gewöhnen. Dies geschieht durch die Auflösung fester Tagesabläufe des Klassenverbandes in den Projektgruppen. Mit einer entsprechenden Betreuung sind eine aktive Einbindung in die Tätigkeiten der Gruppen aber auch Rückzugsmöglichkeiten bei "Bedarf" möglich. Die individuellen Förderprogramme, wie z. B. Bewegungsangebote oder Essenstraining sind auch am Projekttag gewährleistet.

Zur intensiven Vorbereitung auf das Arbeitsleben gehört ein dreiwöchiges Betriebspraktikum im vorletzten Schulbesuchsjahr. In der Regel findet dieses Praktikum in der zuständigen Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) statt. Das Praktikum wird im Unterricht intensiv vor- und nachbereitet. Das Klassenteam gewährleistet durch Besuche in den Werkstätten eine notwendige Praktikumsbetreuung. Die enge Kooperation mit den WfbM auch im Vorfeld sorgt für einen reibungslosen Praktikumsablauf. Vor Beginn des Praktikums stellen sich die Schüler:innen mit ihren Eltern in den zuständigen Werkstätten vor. In der letzten Praktikumswoche findet ein Abschlussgespräch mit der zuständigen Sozialarbeiterin, weiteren Beteiligten in der Werkstatt sowie auch der Eltern und Lehrerkräfte statt.

Wo es im Einzelfall möglich und sinnvoll erscheint, ist auch ein zweites Praktikum z. B. auf dem freien Arbeitsmarkt denkbar. Grundsätzlich findet eine intensive Beratung der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern durch die Lehrkräfte, dem Reha-Berater der Arbeitsagentur und evtl. auch durch den Integrationsfachdienst statt. 

Schüler:innen, die das 18. Lebensjahr vollendet und ihre Schulpflicht erfüllt haben, verlassen die Schule zum Ende des Schuljahres.