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Therapie an der Liboriusschule

An unserer Schule wird Ergo- und Physiotherapie, basierend auf medizinischer und sozialwissenschaftlicher Grundlage, als ein ärztlich zu verordnendes Heilmittel angeboten.

In der Therapie unterstützen und begleiten wir die Schüler:innen, die in ihrer Handlungsfähigkeit und Mobilität eingeschränkt sind.

Ergo- und Physiotherapie leisten in den Förderschulen KME einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag im Entwicklungsprozess der Schüler:innen und sind ein fester Bestandteil des Schulalltages.

In Absprache mit dem Klassenteam wird die Therapieeinheit (in der Regel 45 Minuten Einzeltherapie) fest im Stundenplan des Kindes eingeplant.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller betreuenden Personen ist Voraussetzung für die ganzheitliche und individuelle Förderung des Einzelnen mit dem gemeinsamen Ziel der größtmöglichen Unabhängigkeit und Selbständigkeit.

Therapeutische Aktivitäten, Umweltanpassungen und Beratungsangebote ermöglichen den Schüler:innen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Bobath-Therapie

Die Bobath-Therapie ist ein interdisziplinär ausgerichtetes Behandlungskonzept für Menschen mit unterschiedlichen neurologischen Bewegungsstörungen. Sie ermöglicht eine individuelle, an die Bewegungsmöglichkeiten der Kinder angepasste Gestaltung der Therapie, mit dem Ziel alltägliche Situationen zu erleichtern und zu verbessern. Altersgerecht und spielerisch ermöglicht der Therapeut dem Kind über eine handlungssorientierte Umfeldgestaltung und durch gezielte Techniken Bewegungsangebote. So wird, angepasst an die persönlichen Fähigkeiten des Kindes, über geführte und/oder unterstützte Bewegungen die Selbstregulation, das motorische Lernen und die Eigenaktivität gefördert. Durch die Orientierung an den vorhandenen Bewegungskompetenzen der Kinder können individuelle Bewegungsstrategien vermittelt und erarbeitet werden, um eine bestmögliche selbstständige Bewegung und Teilhabe zu ermöglichen.

Sensorische Integration

Sensorische Integration (SI) – ein anderes Wort für Wahrnehmungsverarbeitung – ist Bestandteil der ganz normalen Entwicklung eines Kindes. Reize aus der Umwelt werden über die Sinne aufgenommen, weitergeleitet und verarbeitet, gefolgt von einer angemessenen Handlung. Ziel der SI-Therapie ist, Kindern Hilfestellung zu geben, in betroffenen Bereichen nachzureifen. Dabei wird ihnen die Möglichkeit gegeben, gezielt Sinnesreize zu sammeln und sinnvoll zu verarbeiten. Hierbei nutzt die Therapeutin die Wirkungsweisen der verschiedenen Sinnessysteme untereinander.

Selbstständigkeitstraining

Ein wichtiges Ziel für unsere Schüler:innen ist die Selbstversorgung. Hier arbeiten wir mit den Kindern und Jugendlichen an den verschiedenen Betätigungszielen wie z.B. das eigenständige An- und Ausziehen, die eigenständige Aufnahme von Nahrung oder die sichere Fortbewegung. Bei der Auswahl der Zielsetzung gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler:innen und ihrer Eltern ein. Wir erarbeiten gemeinsam benötigte Kompensationsmechanismen und unterstützen bei der Anschaffung von benötigten Hilfsmitteln.

Medizinische Trainingstherapie

Die medizinische Trainingstherapie beinhaltet das Training / die Therapie unter Verwendung medizinischer (zum Teil elektronischer) Geräte.

In diesem Bereich bieten wir Folgendes an:

  • Galileo – Vibrationstherapie: Training im Sitz, Stand, unterstützter Stand, Rücken- und Bauchlage,  Vierfüßlerstand und Förderung der propriozeptiven Wahrnehmung
  • Terapimaster®: aktives Training (Muskelaufbau, Dehnung, Mobilisation) und passiver Einsatz (Gelenkmobilisation, Dehnung)
  • Motomed: passives und aktives Training der Beine oder Arme möglich zur Förderung gleichmäßiger Bewegungsabläufe
  • Innowalk: motorisierter Steh- und Gehtrainer, mit dem sicheres und angenehmes Stehen und Gehen ermöglicht wird

Fein- und Graphomotorik-Training

Eine gute Handfunktion ist nötig, um Aktivitäten des täglichen Lebens – wie selbstständiges Aus- und Anziehen, Essen, Schreiben – zielgerichtet ausführen zu können. Motorische und sensorische Fähigkeiten, sowie vielfältige Handlungserfahrungen sind Voraussetzung, um eine gute Fein- und Grafomotorik entwickeln zu können. In der Therapie wird an diesen Voraussetzungen betätigungsorientiert gearbeitet. Für den Alltag werden Strategien entwickelt, z.B. Erprobung/Anpassung von Schreibhilfen, um das Malen und Schreiben zu erleichtern.

Hilfsmittelversorgung

Für die Versorgung geeigneter Hilfsmittel werden in enger Zusammenarbeit mit den Pädagogen, Orthopädietechniker, Ärzten und den Eltern Hilfsmittel zur Kommunikation, Alltagsbewältigung sowie der selbständigen Fortbewegung erprobt und individuell angepasst. Sie dienen der Förderung von Eigenaktivitäten, Haltungs- und Bewegungskontrolle, Gleichgewichtsregulation, Motorischer Planung – Handlungsplanung, Kommunikation, Kontrakturprophylaxe.

Zu der fast unendlichen Bandbreite an Hilfsmitteln zählen: Rollstühle / E-Rollstühle mit z.B. individuell angepasster Sitzschale für eine optimale Unterstützung jedes Kindes, Stehständer, Gehtrainer, NF-Walker, Rollatoren, Rollbretter, Therapieräder, UK-Hilfsmittel wie Talker/Taster, Assistive Technologien wie Spezialmäuse/Sondertastaturen, Schreib- und Schneidhilfen, spezielles Besteck / Trinkbecher etc., Orthesen für sowohl die oberen Extremitäten als auch die unteren Extremitäten.

TEACCH

„Therapie und pädagogische Förderung für autistische und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder“

TEACCH ist ein ganzheitlicher pädagogisch-therapeutischer Ansatz, bei dem durch den individuellen Einsatz von Visualisierungen (Bildkarten) und Strukturierungshilfen (Pläne) – in den Bereichen Raum, Zeit und Aktivitäten - die Schüler:innen beim Lernen und in der selbstständigen Bewältigung des Alltags unterstützt werden.

UK und AT

AT (assistive Technologien): Haben Schüler:innen Schwierigkeiten im Bereich Grafomotorik, werden verschiedene Möglichkeiten erprobt wie Sondertastatur, Spezialmäuse, Bildschirmtastaturen, I-Pad, etc. um in den Kulturtechniken trotz eingeschränkter Motorik, Fortschritte erreichen und Ergebnisse produzieren zu können. Bei einer individuellen Versorgung stehen wir beratend zur Seite.

UK (unterstützte Kommunikation): Im Bereich der unterstützten Kommunikation wird in enger Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Klassenteam ein Kommunikationsmittel wie eine Mappe mit Symbolkarten, einfache Sprachausgabegeräte oder Talker (komplexe Sprachausgabegeräte) etc. , für nicht sprechende Schüler:innen erprobt. Der Schwerpunkt liegt oftmals auf der Ansteuerungsmöglichkeit. Die Unterstützung beinhaltet auch eine individuelle Hilfsmittelversorgung in diesem Bereich.

Hirnleistungstraining

Das HLT (Hirnleistungstraining) wird vorallem bei kognitiven und neuropsycholigischen Krankheitsbildern angewendet. Es beinhaltet gezieltes Training u.a. zur Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit, dem Orientierungssinn, Problemlösestrategien und dem Kurz- und Langzeitgedächtnis.

Beim HLT werden verschiedene Methoden angewendet, wie z.B. der Einsatz von Computerprogrammen, Arbeitsblättern oder anderen Therapiematerialien.

Ein guter Alltagsbezug ist beim HLT die Grundvoraussetzung dafür, dass eine größtmögliche Eigenständigkeit erreicht werden kann.

CO-OP

Bei CO-OP (Cognitive Orientation to daily Occupational Performance) handelt es sich um einen klientenzentrierten, betätigungsorientierten Therapieansatz aus Kanada.

Den Schüler:innen werden mit Hilfe von geleiteter Entdeckung wie auch Anwendung von Strategien ermöglicht, Alltagsprobleme direkt in der Therapiesituation zu bearbeiten. Es gilt bestimmte Basisfähigkeiten so weit zu verbessern, dass eine erfolgreiche Handlung im Alltag möglich ist.